Time Will Tell / Marianne Mueller

Marianne Mueller · Chasing Waterfalls_ZH_23, 2023, Fransenvorhänge, Keramik, Hocker, Fundstücke, Fotografie, Malerei, Ausstellungsansicht Kunsthalle 8000, Wädenswil

Marianne Mueller · Chasing Waterfalls_ZH_23, 2023, Fransenvorhänge, Keramik, Hocker, Fundstücke, Fotografie, Malerei, Ausstellungsansicht Kunsthalle 8000, Wädenswil

‹Time Will Tell›, Ausstellungsansicht Kunst­halle 8000, Wädenswil, mit Werken von Monster Chetwynd (vorne) und Regula Humm (hinten)

‹Time Will Tell›, Ausstellungsansicht Kunst­halle 8000, Wädenswil, mit Werken von Monster Chetwynd (vorne) und Regula Humm (hinten)

Hinweis

Time Will Tell / Marianne Mueller

Wädenswil — Von Jahrgang 1929 bis 1991 – ‹Time Will Tell› in der Kunsthalle 8000 spannt einen weiten Bogen und fragt anhand vier künstlerischer Positionen, welche Kunst «überdauert». Dabei begegnet die verrätselte Textilarbeit ‹Müller›, 2000, von Regula Humm (*1929) Werken von Monster Chetwynd (*1973), Magdalena Baranya (*1981) und Val Minnig (*1991).
Die heute 93-jährige Wädenswilerin Humm entwickelte nach der Kunstgewerbeschule über Jahrzehnte im Stillen ihren einzigartigen Stil in der Technik der Wachsreservierung: Dabei musste sie jedes komplexe Motiv minutiös durch Abdecken und Einfärben in mehreren Schichten aufbauen. Den ‹Müller› zeigt sie mit einem Mühle-Brettspiel unterm Arm in einer fantastisch-assoziativen Szenerie vor einem Wasserrad, umgeben unter anderem von einer tanzenden Figur, Tauben und wilden Ornamenten. Diese symbolische Welt spinnt eine Verbindung zu Chetwynds kleinen Gemälden nachtaktiver Tiere der Serie ‹Bat Opera›. Die in die Schweiz gezogene Britin ist sicher die bekannteste Position des Quartetts. Sie trifft auf die zwei Abgängerinnen der Zürcher Hochschule der Künste: Baranyas poppige Keramikarbeiten kontrastieren dabei mit Minnigs an die Wand geschraubten, mit Sprüchen und Spuren übersäten Holzskulpturen. Trotz den Unterschieden funktioniert der Raum erstaunlich gut, da alle Künstler:innen in ihrem Medium die Kunst der Andeutungen pflegen.  
Dazu passt auch die zweite Schau in der Kunsthalle 8000 von Marianne Mueller (*1966) im angrenzenden Saal. Die Installation ‹Chasing Waterfalls_ZH_23›, 2023, notabene eine Umdeutung der Drogenwarnung aus dem bekannten Hip-Hop-Song der Band TLC, besteht aus unterschiedlichen Vorhängen, einer demontierten Duschkabine sowie Schuhen und schweren, dunklen Keramikkörpern auf kleinen Hockern, die ebenfalls mit unseren Assoziationen spielen. An die Fotografin, als die Mueller bisher in Erscheinung trat, erinnert zwar bloss die Fotografie eines Körpers, die prekär an ein paar Fäden klebt. Trotzdem lassen sich Bezüge zu ihren früheren fotografischen Arbeiten herstellen, wie etwa der Fokus aufs Display oder das Thema Intimität. Auch optische Effekte sind immer noch Teil der Arbeit – so ergibt sich beim Abschreiten der Fäden ein Moirée.
Das Spiel mit Nuancen von Mueller wird im letzten Saal quasi geerdet. Dort zeigt das Duo Altherr/Weiss mit ‹Elephant Guard Table›, 2021, einen glänzenden Designertisch aus Aluminium, der mit seinem misslungenen Probeguss als Pendant auf einem Haufen schwarzen Formsands schwerfällig zu tanzen scheint.

Bis 
02.12.2023
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Time Will Tell - Magdalena Baranya, Monster Chetwynd, Regula Humm, Val Minnig 16.09.202302.12.2023 Ausstellung Wädenswil
Schweiz
CH
Marianne Mueller — Chasing Waterfalls 16.09.202302.12.2023 Ausstellung Wädenswil
Schweiz
CH
Künstler/innen
Monster Chetwynd
Regula Humm
Autor/innen
Adrian Dürrwang

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