Hannah Weinberger — Mit der Kunst ins Gespräch kommen

‹Hannah Weinberger – Here They Come And There They Go›, Ausstellungsansicht Kunstmuseum ­Solothurn. Foto: David Aebi

‹Hannah Weinberger – Here They Come And There They Go›, Ausstellungsansicht Kunstmuseum ­Solothurn. Foto: David Aebi

Besprechung

Die neoklassizistische Architektur des Kunstmuseum ­Solothurn ist ein Organismus aus Räumen. Vor rund einem Jahr hat Hannah Weinberger angefangen, ihre Ausstellung für das Haus zu choreografieren. Ihre Intervention setzt auf das Hören und macht den Blick zum Thema.

Hannah Weinberger — Mit der Kunst ins Gespräch kommen

Solothurn — Ein Cluster aus Tönen ist auf der kleinen Terrasse wahrnehmbar, die dem Gebäude des Kunstmuseum Solothurn vorgelagert ist und in den Park übergeht. Kommen sie aus dem Inneren eines voluminösen Steinobjekts, von dem nicht klar ist, wie lange es hier schon lagert? Im Hinhören bestätigt sich die Annahme. Eine Mikroerfahrung, die wie eine Einladung von Hannah Weinberger (*1988) wirkt, sich den eigenen Sinnen weiter anzuvertrauen und mit gesteigerter Aufmerksamkeit auf den Aufenthalt im Museum einzustimmen, wo zeitgleich Ausstellungen von Dimitra Charamandas (→ S. 48–57) und Lex Vögtli stattfinden.
Während der Vorbereitungen ist Weinberger, die in Basel arbeitet und unterrichtet, wiederholt nach Solothurn gekommen, um die Räume auf ihre Proportionen, Akustik, Materialien und Licht hin zu erkunden und sich mit der Sammlung auseinanderzusetzen – unter anderem mit Gemälden von Albert Anker, Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Henri Matisse und Ottilie von Roederstein, die im ersten Obergeschoss zu sehen sind. «Die Geschichte des Blicks in der Porträtmalerei ist faszinierend, da sie die Entwicklung von künstlerischen Stilen und kulturellen Normen widerspiegelt», sagt die Künstlerin. «Von den strengen und ausdruckslosen Blicken in der klassischen Porträtmalerei bis zu den intensiven und persönlichen Blicken in der modernen Kunst vermittelt der Blick den Betrachtenden Informationen über die Zeit, den Kontext und die Emotionen des Porträtierten.» In Solothurn, aber auch an anderen Orten, tastete sie die Oberflächen von Gemälden mit der Kamera ab, filmte Menschen dabei, wie sie sich in Museen verhalten: vor Werken, mehrheitlich impressionistischen Landschaften und Porträts stehen bleiben, um die darauf dargestellten Personen länger zu betrachten, Ausschnitte mit Mobiltelefonen zu fotografieren und weiterziehen, um mehr oder weniger still und unkommentiert eine nächste Erfahrung mit Kunst und darüber mit sich selbst zu machen. Der daraus entstandene Film zieht die Blicke bei Eintritt in die Ausstellung an. Gleich dort kommen die Besucher:innen selb

Bis 
31.12.2023

→ ‹Hannah Weinberger – Here They Come And There They Go›, Kunstmuseum Solothurn, bis 31.12. ↗ kunstmuseum-so.ch
→ ‹Hannah Weinberger – When Times Ring›, OTO Sound Turm, Zürich, bis 17.11. ↗ oto.museum

Institutionen Land Ort
Kunstmuseum Solothurn Schweiz Solothurn
OTO SOUND MUSEUM Schweiz Zürich
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
When Times Ring — Hannah Weinberger 06.10.202317.11.2023 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Hannah Weinberger 17.09.202331.12.2023 Ausstellung Solothurn
Schweiz
CH
Autor/innen
Stefanie Manthey
Künstler/innen
Hannah Weinberger

Werbung