Die Bestie des Krieges

Panas Yarmolenko · Porträt von Olha Bozhko und ihrem Bruder Wolodymyr, 1946, Öl, Leinwand, 88,5 x118 cm, Slg. Rodovid Gallery, Kiew

Panas Yarmolenko · Porträt von Olha Bozhko und ihrem Bruder Wolodymyr, 1946, Öl, Leinwand, 88,5 x118 cm, Slg. Rodovid Gallery, Kiew

Hinweis

Die Bestie des Krieges

St. Gallen — Der Krieg ist dunkelbraun und hat eine stachlige Mähne. Angriffslustig blickt er aus seinen vertikal gestellten Augen: In Maria Prymaschenkos Gouache ist ‹Die Bestie des Krieges› ein rundliches Tier mit kurzen Beinen und eingerolltem Schwanz. Die ukrainische Künstlerin (1909–1997) hat es in den 1970er-Jahren zu Papier gebracht. Da galt sie in ihrer Heimat längst als «Volkstalent». Später kam auch internationale Anerkennung hinzu. Das verhinderte nicht, dass Werke Prymaschenkos jetzt während der russischen Invasion beschädigt und zerstört wurden. Die aktuelle Ausstellung im open art museum mit Untertitel ‹Naive Kunst aus der Ukraine› ist deshalb zweierlei: Sie ist das Angebot, ukrainische Kulturgüter zu schützen, indem sie ausser Landes gezeigt werden, und zugleich vermittelt sie die identitätsstiftende Kraft und den Wert der Naiven Kunst. Prymaschenkos Tier- und Blumenbilder bilden nur einen kleinen Teil der Schau. Grosses Augenmerk liegt auf Szenen des Landlebens und Porträts aus der Hand von Hryhorii Ksionz, Yakylyna Yarmolenko und anderen: Bäuerinnen und Bauern lassen sich in repräsentativer Pose malen. Stolz und Verbundenheit mit dem eigenen Dorf sprechen aus diesen Motiven. Jetzt leidet nicht nur diese Lebenswelt unter Angriff und Zerstörung, auch ihre kulturellen Zeugnisse sind akut bedroht.

Bis 
25.02.2024
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Die Bestie des Krieges 07.09.202325.02.2024 Ausstellung St. Gallen
Schweiz
CH
Autor/innen
Kristin Schmidt

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